NICE to Meet you!

Ein paar von euch kennen mich vielleicht, da ich früher schon eine Homepage hatte. Nach fast zwei Jahren Pause, versuch ich es nochmal und hoffe, euch gefällt mein neuer Blog!

The Karlito blog

Nachdem ich während der Schwangerschaft und nun fast ein Jahr danach keine Muse hatte, fehlt mir so langsam aber sicher das Schreiben. Also werdet ihr hier kleine Eindrücke von unserem Alltag finden.

Bist du glücklich?

Bist Du glücklich? Blöde Frage! Ja, die Frage aller Fragen, oder? Egal, in welcher Lebenslage. Neuer Job – bist du glücklich? Frisch verheiratet – bist du jetzt glücklich? Gerade entbunden – happy?

 

 

 

Eine Mutter muss ja wohl glücklich sein, scheint hinter der Frage zu stecken. Kann man schließlich noch unglücklich sein, wenn man Kinder hat? Wer mich als Mutter fragt, ob ich glücklich bin, der möchte ein verklärtes Lächeln über mein Gesicht huschen sehen wenn ich von ganzem Herzen jubilierend sage: „Ja, so habe ich mir mein Leben immer vorgestellt! So sollte sein! Ich bin angekommen!“

 

 

 

Manchmal liegt mir genau so eine Antwort sogar auf der Zunge. Oft möchte ich allerdings lieber antworten: „Naja, so glücklich wie man eben sein kann, wenn man vor Müdigkeit kaum geradeaus gucken kann!“ Oder: „Ja, wenn ich gerade nichts Wichtigeres zu tun habe, bin ich auch glücklich.“

 

 

 

Wenn ich die Frage ganz genau nehmen würde, müsste ich ungefähr so antworten:

 

 

 

„Ich bin glücklich, weil Karl das Beste ist, was mir hätte passieren können. Ich habe einen tollen Job und mein Sohn hoffentlich ein sorgenfreies, unbeschwertes, glückliches Leben. Ich bin gesund. Ich habe eine schöne Wohnung mit Garten, nette Freunde, tolle Leser.  Ich bin mit meinem Aussehen zufrieden und ich freue mich auf unseren Urlaub dieses Jahr.

 

 

 

Ich wünsche mir aber auch, endlich mal wieder eine Nacht durchzuschlafen. Ich sehne mich nach mehr Zeit für uns, neue Ideen für ein Buch oder einfach nur mal wieder in Ruhe hinsetzten und 2-3 Stunden schreiben. In meinem Träumen sitze ich in der Sonne, schaue aufs Meer und genieße es, wie die Sonne auf meinem Körper brennt. Gelegentlich mache ich mir Sorgen, was noch alles kommen mag und was noch alles in der Welt passiert.“

 

 

 

Und das ist nur die Kurzfassung!

 

 

 

So genau will das natürlich niemand von mir wissen. Das ist genau der Grund, warum ich diese Frage so blöd finde.  „Bist Du glücklich?“- das ist so eine Teenager-Frage. Das Leben eines Erwachsenen ist viel zu vielschichtig, als dass man auf allen Ebenen immer nur glücklich sein könnte . Das gilt auch für das Muttersein.

 

 

 

Natürlich bin ich glücklich, wenn ich mein Baby im Arm halte. Muttersein bringt definitiv eine ordentliche Portion emotionaler Hochs mit sich. Auf der anderen führt es aber auch zu emotionalen Tiefs, denn Muttersein bedeutet auch Sorgen, Ängste, Müdigkeit, Erschöpfung, Streß, Zeitmangel, Fremdbestimmtheit- alles Dinge, die eher nicht so glücklich machen. Glück auf der ganzen Linie bis in alle Ewigkeit, das wird einem mit dem Baby nicht automatisch mitgeliefert.

 

 

 

Das zeigt auch die weltweite Studie zum Thema Glück. Menschen mit Kindern sind nicht glücklicher oder unglücklicher als Menschen ohne Kinder. Lediglich in der Altersgruppe der 34-46jähringen waren Eltern ein bißchen glücklicher als Kinderlose.

 

 

 

Dieses Ergebnis hat mich aber doch ein bißchen überrascht. Dass Elternsein nicht automatisch Glücklichsein bedeutet, ist klar, aber dass Eltern nicht wenigstens ein bißchen glücklicher sind, als Kinderlose? Der Schlüssel zum Glück liegt nämlich nach meiner Ansicht in uns selbst: Es gibt immer schöne und weniger schöne Dinge in unserem Leben. Die Kunst ist, die schönen Dinge stärker zu gewichten und die unschönen Dinge ausblenden zu können.  Und wer bitte bekommt täglich mehr Schönes geliefert, das man in die Waagschale fürs Glücksgefühl werfen kann, als Eltern?

 

 

 

Kleine, unschuldige, süße Babys auf krummen Beinchen, die ihr Glück wiederum auf Mamas Arm gefunden haben, die bestechende Logik von Kindergartenkindern, die einem die Welt erklären, saftige Küsse verteilen und sagen: „Happy! Happy, Happy, Happy!“

 

 

 

Das hört irgendwann auf, schon klar, und wenn ich sehe, dass laut der Studie die über 46jährigen Eltern nicht mehr glücklicher sind als Kinderlose, dann schwant mir, dass in der Pubertät Schreckliches auf uns zu kommt…

 

 

 

Manchmal möchte antworten: „Was?? Glücklich?! Nee! Ich bin müde und kaputt!!“

 

 

 

An den meisten Tagen gelingt mir aber die richtige Gewichtung. Dann bin ich glücklich. Wenn ich gerade nicht zu beschäftigt bin, versteht sich.