Loslassen.

Vor zwei Woche hatte ich Besuch von einem Bekannten.

 

Seine Beziehung ging auseinander, er brauchte eine kleine Auszeit und jemanden zum reden. Nach mehreren langen Gesprächen über unsere "großen" Probleme des Lebens ist mir eine Erkenntnis gekommen... und dachte mir: "Na, klar. Wenn wir immer nur über Probleme reden, bekommen die eben immer mehr Energie und Wichtigkeit."  Mir fiel wieder der Spruch ein, den ich selber schon oft gehört aber dann doch oft selber nicht präsent habe: "Reden über Probleme lässt Probleme wachsen, Reden über Lösungen lässt Lösungen wachsen."

 

Aber was heißt das jetzt genau für mich und vielleicht auch für dich? Probleme lösen sich wortwörtlich auf, sobald wir den Fokus auf die Lösungen richten. Das kennen wir alle, nur allzu oft achten wir nicht darauf. Wir hängen unbewusst fest in unseren Problemschleifen, unser Verstand möchte sie manchmal einfach gerne weiter festhalten diese tollen „Problemgedanken“, manchmal auch unser Emotionalkörper, der nach Futter giert in Form von negativen Emotionen, wie Angst und Schmerz.

 

Klingt blöd – I know. Aber bisweilen ist unsere komplette Identität  aufgebaut auf diesen harten Problembrocken, klebrigem Angstleim und schmerz "erfüllenden" Themen, die unsere Inneren Räume ausfüllen.

 

Sobald wir aber achtsam werden und uns mal diese Brocken genauer ansehen, wir uns also ein wenig davon distanzieren, sehen wir, wie wenig Substanz diese Brocken eigentlich haben. Es fällt leichter sie loszulassen....

 

Doch, Achtung! Das Loslassen ist in manchen Fällen eben gar nicht einfach, weil das Problem schon zu groß geworden ist und wir nicht gelernt haben auch kleinere Probleme loszulassen.

Ich weiß wovon ich rede… Leider bin ich ein super emotionaler Mensch und es dauert bei mir immer ewig. Aber – es lohnt sich ein Versuch, mit dem Kleinen anzufangen.

 

Wo in deinem Leben gibt es  ein vergleichsweise kleines Problem? Eines, welches du schnell lösen kannst?

----> Schreibe es auf.   Finde eine Lösung und dann ----> lass es los.

 

Das Resultat ist ein klein wenig mehr Energie. Es lohnt sich unbedingt dies auch als Erfolg zu betrachten und zu würdigen. Schreibe die Lösung auf ein Stück Papier und stecke es in ein "Lösungsglas" oder "Erfolgsglas". Den Zettel mit dem Problem kannst du nun getrost in den Mülleimer befördern. Frei nach dem Motto: "Die Guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen." *lach*

 

Du kannst das immer weiter machen, hin zu mittleren Problemen, und später hin zu den großen Themen. Du wirst merken, dass dir das Loslassen und "Lösungen finden" immer leichter fällt - vorausgesetzt du bist offen dafür dich den Themen zu stellen.

Ja, aber realistisch müssen wir auch bleiben: Manchmal findet sich keine Lösung! Dann ist es eventuell deine Aufgabe, das Problem selbst loszulassen.

 

Und? Schon motiviert?

Mit ein wenig (mittel, oder auch viel) Übung kannst du dich irgendwann an die Lösung großer Probleme machen, meine Erfahrung dabei ist, dass sich manche Probleme im Verlauf von ganz alleine Auflösen, wenn du gelernt hast deine Energie mehr und mehr in  Lösungen zu stecken, also deine Aufmerksamkeit auf einen neuen Fokus zu richten. Probleme, die z.B. von Anfang an gar nicht "deine" waren, werden sich von selbst verziehen!

Ja, klingt leichter als es ist – auch ich tu mich gerade etwas schwer. Aber man muss einfach dran arbeiten.

 

Hier noch ein paar kreative Lösungsstrategien J

1. Du hast ein Problem z.B. in deiner Partnerschaft oder mit deiner Familie?         

Suche nach einem Hollywoodfilm, der genau dein Thema behandelt (der Film sollte ein Happy End haben!) und lass dich von den kreativen Lösungen im Film inspirieren.

 

2.Du malst gerne?                                                                                                     

Nimm dir mal eine Stunde Auszeit, bereite ein paar Blätter und Stifte in unterschiedlichen Farben vor, und male dein Problem. Und zwar ganz intuitiv, ohne Plan, einfach drauf los. Wenn du das Gefühl hast, dein Problem hat genug Raum erhalten, beginne auch die Lösung zu malen, auf einem neuen Blatt oder verändere dein bemaltes Blatt Papier und forme es so um, dass es freundlicher auf dich wirkt.

 

3.Male einen Lösungsbaum!                                                                                                      

Male einen Baum und lasse einen Ast nach dem anderen nach oben wachsen, schreibe oder male auf jeden Ast eine mögliche Lösung für dein Problem. Das dürfen auch explizit verrückte oder skurrile, unmöglich erscheinende Lösungen sein. Alles ist erlaubt - denn das trainiert deinen "Problemlöse-Muskel". Und es macht Spaß!

 

4.Du schreibst lieber?                                                                                                                          Nimm dir auch hier mindestens eine Stunde Auszeit, und fange an zu schreiben, beginne mit den Lösungen oder mit deinem Problem. Wichtig ist, dass du dir selbst den Auftrag gibst nach einer Lösung zu suchen!

 

5. Zettel für dein Lösungs- oder Problemglas!                                                                   

Wie im Text weiter oben beschrieben, kannst du Probleme auf Zettel schreiben und diese "rituell" loslassen indem du sie in den Abfall beförderst, den Zettel vorher zerreißt oder verbrennst. Funktioniert!

 

6.Geh öfter mal  Duschen!                                                                                                           

Also, damit meine ich natürlich, dass du dir vornehmen kannst beim Duschen deine Probleme kurz aufzurufen, zu visualisieren und die dazugehörigen Gedanken dann bewusst wegzuspülen.... löse dich von den Problemgedanken,  eine "Dusch-Loslass-Meditation" sozusagen :-)

 

 

 

Doch wie gelingt es, Belastendes, Bedrückendes und Unbewusstes letztendlich und vollkommen loszulassen? Den perfekten Weg gibt es sicher nicht – das muss jeder für sich herausfinden, aber es ist schon mal ein Anfang, sich seinen Ängsten und Gefühlen zu stellen.           

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